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Flämische Galeone 1593 – Der Bau – Teil3

Exkurs: Darstellung der Planken auf einem Modell
Wir haben schon davon gesprochen, dass die Planken zw. der Berghölzer paralell mit denen gelaufen sind.

Ich möchte jetzt von der Befestigung der Planken und Berghölzer bei den echten Schiffen sprechen.

Die Planken – abgesehen von einigen Ausnahmen, wie. z.B. französische Galeeren – sind niemals genagelt worden, sondern mit Hartholzzapfen befestigt. Die Zapfen – Länge 30-40cm, Durchmesser 3-6cm – waren ein bisschen kegelig geschnitzt und in die vorgebohrte Löcher eng eingehammert. Die ausstehende “Köpfe” wurden abgeschnizt oder abgehobelt. In vielen Fällen hat man auch  diese große Zapfen aufgebohrt und in die Löcher kleinere Zapfen eingehammert. Die kleinere Zapfen hatten die grössere “ausgedehnt” und so sie enger und kräftiger zur Innenwand der Löcher gepresst.

Zapfen

1.- Spant; 2- Planke; 3.- Grosser Zapfen; 4.- Kleiner Zapfen

In dem Fall, wenn die Planken genagelt worden waren, hat man die Nägelköpfe auch in die Planken eingesenkt und die Bohrlöcher mit kurzen Zapfen geschlossen, also die eiserne Nägelköpfe waren nicht sichtbar.

Die Berghölzer waren auch nicht genagelt. Sie waren mit langen Eisenstiften befestigt, die durch die ganzen Bordwand durchgegangen sind und innen auf viereckige Unterlagescheiben angenietet. Die Köpfe dieser Stiften auf dem Modell werden mit kleinen Nägel dargestellt, wobei wir beachten sollen, dass die Köpfe in 1:50 nicht grösser als 1,5 mm sein darf.

Und jetzt die grosse Frage: soll man die Zapfen auf der Aussenhaut darstellen? Dabei teilen sich sehr die Meinungen. Es gibt Modellbauer die in ein 1:50 Modell fast alle Zapfen reinstopfen.

Holländischer Zweidecker

Ich persönlich halte sovas ein bisschen übertrieben. Ich sage Euch gleich warum.

1.- Weil die aussere Beplankung auch kalfatert war, nach der Logik sollte auch die Kalfaterung hier dargestellt werden.
2.- Der Rumpf unter der KWL war früher geteert später weiß bestrichen bzw. gekalkt.
3.- Über der KWL war er in allgemeinen geteert bzw. gestrichen.

Also bei echten Schiffen dürften die “Zapfenköpfe” kaum sichtbar sein, im besten Fall vielleicht ganz von der Nähe betrachtet.

Meinerseits finde ich noch hässlicher, wenn die Köpfe auf dunklere Planken hell, oder umgekehrt auf hellen Planken dunkel dargestellt sind. Dann sieht der Rumpf so aus, wie ein rasierter Igel.

Bei reiner Werftmodellen könnte die Sache so vielleicht hinhauen, aber nicht bei einem aufgetakelten Modell, wie ich die meine Baue. Aber es ist teilweise auch Geschmacksache. Andere können sicher ihre abweichende Meinungen mit anderen Argumenten unterstützen.

Bei den Decksbeplankung sieht die Sache anders aus. Die Decksplanken waren meistens aus hellen Hölzer gefertigt – z.B. aus nordischen Kiefer. Natürlich haben sie sich mit der Zeit und Witterung später verdunkelt. Nicht aber bei der englischen Marine, wo die Decksplanken täglich mit den “Bibeln” ( ziegelähnliche Sandsteinblöcke) gescheuert worden waren. Das ist wiederum eine Diskussionsthema.

Meine Meinung nach dürfen wir für die Decksbeplankung Kiefer, Ahorn, helleres Birne sowie in den Baukästen gelieferte billige Ramin und Tanganjika benutzen, aber dunkles Nussbaum kaum und Mahagoni überhaupt nicht.

Bekannte Methoden für die Darstellung der Deckskalfeterung:

  • Bei einfacheren Modellen: mit Bleistift oder mit Tusche (Rotring) aufzeichnen
  • 10-12 oder mehrere Leisten mit Klammer zusammenheften und die Kantflächen schwarz oder dunkelbraun streichen
  • die Kanten der Leisten mit Filzstift einzeln bemalen – es sieht zwar umständlich aus, aber es geht schnell
  • die einzelnen Leisten mit der Kante auf ein 0,2-0,3mm Fotokarton kleben und den Rest der Karton rundherum abschneiden

Methoden für die Darstellung der Zapfenköpfe:

  • Einfache: mit Bleischtift oder Tusche
  • Sackbohrungen bohren, in die Löcher schwarze Bienenwachs eintropfen lassen, den Rest oben abkratzen. Aus Neugier einmal probiert: wird sehr hässlich! Ich empfehle es nicht.
  • 0,8-1 mm Bohrungen bohren. Ein Haufen Zahnstocher einige Tage lang in dunkle Beize bewässern, nach der Trocknung die Spitzen in die Löcher kleben, danach den Rest abschneiden und abschleifen (Fotos später bei der Prince)

Decksbeplankung

Die Back

Das “Erdgeschoss” der zweistöckigen Back, d.h. der vorderen Teil des Hauptdecks vor dem Kuhl und unter der Backdeck:

"Erdgeschoss" Back1

"Erdgeschoss" Back2

14.- Galion
15.- Kajüte des Profos
16.- Eingang vom Galion
18.- Hinterer Schott der Back
17.-17a.- Knecht und Block der Vorfallkardeel. Davon möchte ich ein bisschen detailirter sprechen: – die Kardeel muss schon jetzt eingefädelt werden, später geht´s nicht!  – und wir müssen folgendes überlegen: wenn der Vorsegelrah auf dem Modell aufgezogen ist, dann  wie lang muss die Kardeel sein? Bedenke: wenn die Weite  zw. Rah und Galion 20 cm, dann – wenn die Rah untergefiert ist diese Länge 6×20 cm d.h. 120 cm    + noch etwas bis zum Spill. Diese Länge muss man neben dem Knecht plazieren bzw. aufrollen.

Das 1. Geschoss der Back.

Hier stehen 4 Falkons auf Gleitlafetten und in der Mitte eine  Treppe auf das eigentliche Backdeck sowie in den Fenstern Drehbüchsen.

Frontschott Back

Hinterschott Back

Die Schottwände sind aus 2 mm Sperrholz, die Türen aus 1,5 mm Sperrholz mit Scharnieren beweglich, Die Rahmen der Türe aus 2 mm Ahornblättchen, die Fensterrahmen aus 1mm Buchsbaum. Von der Herstellung der Ranken bzw. Zierraten spreche ich später.

Halbdeck

Das Halbdeck ist wie die Back zweistöckig. Zuerst fertigen wir die Schottwände und befestigen sie.

Halbdeck1

20.- Unteres Vorderschott, davor die Mastbeting
21.- Das vordere Schott des Vorräumes der Großkajüte
22.- Das hintere Schott der Großkajüte

Das Hauptdeck unter dem Halbdeck in Draufsicht

Halbdeck2

1.- Unteres VorderschotT (Nr.20 oben)
2.- Das untere Schott des Vorräumes der Großkajüte (Nr.21 oben)
3.- Niedergänge
4.- Knecht der Grossfallkardeel
5.- Oberer Teil des großen Spills
6.- Die Grossfallkardeel
7.- Luke des Besanmastes
8.- Lafetten
9.- Niedergangsreling

Zwei weitere Bilder von gleichem Bereich:

Nun, wenn wir jetzt noch weiter nach hinten gehen würden, dann befänden wir uns im Vorraum der Großkajüte. Dieser Bereich überhaupt nicht sichtbar uns deswegen nicht ausgebaut. Hier befänden sich beidseitig die Dielen die gleichzeitig als  Kajüte für dem Schreiber und dem Kapitänsstewards dienten. Ausserdem gibt´s noch BB eine Treppe für den Kapitän, wenn er nach oben gehen wollte.

Draufsicht

103.- Kapitänskajüte und Offiziermesse
104.- Schlafraum des Kaptäns
105.- Garderobe – Kleiderschrank des Kapitäns sowie Waschbecken der Offiziere, in der Mitte das Werbel
106.- Diele,  gleichzeitig die Kajüte des Schreibers
107.- Diele, gleichzeitig die Kajüte des Stewards

  • 102.10 – Zwei “Freiluftklos” auf der Galerie unter dem aufklappbaren Sitz der Bänke
  • 103.4 – Zwei Klos in der Gr0ßkajüte unter dem aufklappbaren Sitz der gepolsterten Bänke

Das Wesentliche für uns hier ist, dass hir befindet sich der Kolderstock. Natürlich musste unbedingt der Steuer funktionieren.

Kolderstock von achtern

Kolderstock von vorne

Und bevor ich vorsetze eine Bemerkung: die am interessanteste und am “genüsslichste” Bereiche des Schiffsmodellbau:

  • “Puppenhausbau”, d.h. der Ausbau der Kajüten
  • Die Fertigung der Zierraten: Ranken, Reliefs, Statuenchen usw.
  • Die Takelage
  • Gegebenfalls die Bemalung der Segel

Die Grosskajüte

Die Planung und den Bau der Grosskajüte zu erzählen würde zu lange dauern. Klar, deren Einrichtung würde sicherlich nicht 100% autentisch, umso mehr, weil noch das auch zweifelhaft ist, dass es das Schiff überhapupt gab. Trotzdem  bemühte ich mich möglichst das beste daraus zu machen. Zwar von der Representationskajüten dieser Zeit nur die Vasa und teilweise das Modell von dem holländischen Zweidecker geben uns einen kleinen Hauch. Aber es hilft uns weiter, wenn wir die Möbelstile bzw. Einrichtungsstile der Ära studieren – Renaissance und Barock. Warum hätte man diese Stile nicht vom Festland für Representationskajüten übernommen sollen? Die Kapitäne und Oberoffiziere stammten meistens aus dem Adel. Die eigentliche Schiffsführung wurde im Wesentlichen qualifierzierten Unteroffiziere – nämlich dem Schiffer, dem Segelmeister und dem Obersteuermann zugeteilt.

Ich will mich hier nicht weiter in der Theorie vertiefen.

Hauptsache: Langsam hatte ich eine Vorstellung, wie meine Grosskajüte aussehen soll:  An der Frontwand eine Kredenz bzw. Wandschrank, mit den Türen nach vorne, beidseitig Gemälde von Schiffen und berühmten Persönlickeiten. Im Achternschott eine Zweiflügeltür, daneben je 2 Fenster. Vor dem Schott gepolsterte Bänke, darin versteckt die 2 Klos. In der Mitte der Kajüte ein grosser Tisch mit 8-12 Stühlen, wo der Kapitän representiert hat und wo die Oberoffiziere speisten. Ich habe so herumgespielt mit dem Wandschrank und der Gestaltung der Seitenwände. Dann bemerkte ich irgendwann, dass zu der “eleganten” Einrichtung passt nicht eine einfache Plankendiele. Schnell habe ich einen Intarsienboden entworfen und dazu auch noch einen Intarsientisch, gesagt: Wenn schon Hase, dann muss sie fettig und dick sein!

Das Ergebniss sieht so aus:

Wandschrank

Wand BB

Wand SB

Achterwand

Tisch mit Stühlen



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